Mädesüß, Echtes – Filipendula ulmaria – Rosengewächs (Rosaceae)

Mädesüß, Echtes – Filipendula ulmaria – Rosengewächs (Rosaceae)

Mädesüß, Echtes – Filipendula ulmaria – Rosengewächs (Rosaceae)

Früher wurde der Met (Honigwein) mit dem Mädesüß aromatisiert und gesüßt – daher der Name. Aufgrund seines angenehmen Duftes wurden die Blüten früher als „Streublume“ verwendet, Elisabeth I. ließ damit ihre Gemächer einstreuen. Außerdem wurde Wein, in dem die Blüten vorher gekocht wurden, getrunken, um das „Herz fröhlicher zu machen“.
Ein Tee aus den Blüten schmeckt nicht nur gut, sondern wird auch als „Aspirin“-Vorläufer geschätzt. Vor allem bei rheumatischen Beschwerden und länger andauernden Schmerzen wie z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen kann Mädesüß mit seinem fiebersenkenden, entzündungshemmenden, schmerzlindernden und antirheumatischen Potential unterstützten.

Vorkommen/Standort:

Bachläufe, Ufer, feuchte Wiesen

Charakteristisches Merkmal:

Bis zu 1 m hohe Stängel, rötlich überlaufen
Honig-/mandelartiger Blütengeruch
kleine gezähnte Extrablättchen zwischen den größeren gefiederten Blättern
Geruch der Blätter nach Medizin/Gurke

Zu verwechseln mit:

Die Blätter evtl. mit Odermennig oder mit dem knolligen Mädesüß (beides ungiftig)

Volksnamen:

Spierstaude, Spirea, engl. Meadowsweet, franz. Reine de Prés

Wichtigste Inhaltsstoffe:

Ätherische Öle (mit 75% Salicylaldehyd), Flavonoide, Phenylglykoside, Gerbstoffe, Schleim

Was kann man wie verwenden:

In der Küche:
Junge Früchte, Blüten, Blütenknopsen als Aroma für Spirituosen oder Limonaden. Aus den Blüten kann man einen leckeren Sirup herstellen. Junge weiche Blätter vor der Blüte (ca. April) als Ergänzung in den Spinat, Salat (Würze), ein paar Blätter für den Smoothie oder für Tee.
Die Wurzel hat man früher im Frühjahr verwendet (in geringen Mengen zu Gemüse/Suppe).
Pflanzenheilkunde:
In der Heilkunde wird Mädesüß als fiebersenkende, entzündungshemmende, schmerzlindernde und antirheumatische Heilpflanze geschätzt. Sie wird z.B. bei fieberhaften Infekten, rheumatischen Beschwerden, Schmerzzustände insgesamt (Kopf-/Rückenschmerzen, Arthrose, Gicht) eingesetzt.

Erntezeitpunkt:

Als Heilpflanze zur Hauptblüte Anfang Juni bis Ende August.
Für die Wildkräuterküche die Blätter am besten vor der Blüte sammeln, die Blüten zur Blütezeit.

Teezubereitung:

fiebersenkend/schmerzlindernd: 1 TL Kraut oder ½ TL Blüten mit heißem Wasser (nach dem Kochen ca. 2-3 Min. stehenlassen) aufgießen, bedeckt 7 -10 Min. ziehen lassen. Die Wirkung setzt allerdings erst nach ca. 2-3 Stunden ein, mehrmals täglich 1 Tasse Tee.

Rezepte:

Sirup:
1 Liter Blüten, 1 l Wasser, 750 g Zucker, Saft von 1 Zitrone:
Blüten mit Wasser übergießen, aufkochen, 5 Min. kochen. Nach dem Abkühlen filtrieren und ¾ l abmessen. Zucker zugeben und nochmals aufkochen. Bei mittlerer Hitze etwa auf die Hälfte einkochen (dauert ca. 30-40 Min).  (Rezept nach Brigitte Klemme)


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